Disclaimer: Die Blog Artikel stellen die persönliche Meinung des Verfassers dar und sind keine Anlageberatung und keine Aufforderung zu Wertpapiertransaktionen.

Investmentsteuerreform 2018

Investmentsteuerreform

Investmentsteuerreform 2018:

Zum 1. Januar 2018 tritt die Investmentsteuerreform 2018 in Kraft. Damit ändert sich die Besteuerung von Investmentfonds grundlegend. Erstmals wird bei deutschen Fonds eine Besteuerung bestimmter Erträge bereits auf der Fondsebene eingeführt. Betroffen sind auch Altbestände, die vor dem 1.1.2009 erworben wurden. SPMC informiert Sie über die wesentlichen Änderungen und stellt Ihnen ein E-Book zum Download zur Verfügung.

Besteuerung auf Fondsebene:

Bei deutschen Investmentfonds werden ab dem 1. Januar 2018 deutsche Dividenden, deutsche Mieterträge und deutsche Veräußerungsgewinne aus Immobilienanlagen auf der Ebene des Fonds mit 15 Prozent Körperschaftsteuer belastet. Die Steuer wird aus dem Fondsvermögen heraus an das Finanzamt abgeführt und mindert somit die Wertentwicklung des Fonds. Als Ausgleich erhält der Anleger unter gewissen Bedingungen eine Teilfreistellung (siehe dort) seiner steuerlichen Bemessungsgrundlage für die von ihm zu zahlende Kapitalertragsteuer.

Besteuerung auf Anlegerebene:

Für Anleger in Investmentfonds gibt es ab dem 1.1.2018 nur noch die zu versteuernden Erträge: Ausschüttungen, Vorabpauschalen und Gewinne bzw. Verluste aus der Rückgabe / Veräußerung von Fondsanteilen. Alle anderen steuerlich bisher relevanten Erträge, wie z.B. Zwischengewinn oder thesaurierender Ertrag, entfallen. Diese werden von den Depotbanken auch nicht mehr ermittelt.

Abgeltungssteuerfreie Altbestände, die vor dem 1.1.2009 erworben wurden, verlieren ihren Bestandsschutz. Im Bestand befindliche Altbestände werden fiktiv per 31.12.2017 verkauft und per 1. Januar 2018 neu angeschafft. Der nach dem 31.12.2017 entstehende Wertgewinn oder Verlust wird grundsätzlich steuerpflichtig. Als Ausgleich für den Verlust des Bestandsschutzes erhält jeder Anleger einmalig einen Freibetrag in Höhe von 100.000 Euro für Veräußerungsgewinne ab dem 1.1.2018 auf Altbestände.

Ausschüttungen und realisierte Veräußerungsgewinne sind ab dem 1.1.2018 stets steuerpflichtig. Realisierte Veräußerungsverluste werden gegen andere Kapitalerträge verrechnet bzw. vorgetragen.

Ab dem 1. Januar 2018 erfolgt für den Anleger bereits während der Haltedauer eines ausschüttenden oder thesaurierenden Investmentfonds eine Besteuerung in Form einer Vorabpauschale. Die Vorabpauschale ist wirtschaftlich betrachtet eine vorweggenommene Besteuerung noch nicht realisierter Wertsteigerungen. Beim Verkauf des Fonds wird die bereits versteuerte Vorabpauschale daher auch vom tatsächlich realisierten Veräußerungsgewinn abgezogen. Die Vorabpauschale ist die Differenz zwischen dem sogenannten Basisertrag des Fonds und der Ausschüttung (Details entnehmen Sie bitte dem E-Book Download). Sie gilt als am ersten Werktag des Folgejahres, also erstmals zum 1.1.2019, als steuerlich zugeflossen und wird von der Depotbank berechnet. Die hierauf fällige Steuer des Anlegers führt die Depotbank also erstmals am 1.1.2019 an das Finanzamt ab. Dies führt unter Umständen zu einer Steuerzahlung des Anlegers, ohne dass zuvor aus der Fondsanlage heraus eine Geldgutschrift auf dem Girokonto erfolgt ist. Anleger und Berater sollten also jährlich eine Liquiditätsvorschau nach Steuern vornehmen und für ausreichende Deckung des Verrechnungskontos des Depots sorgen. Bei unterjährigen Käufen wird die Vorabpauschale monatsgenau ermittelt.

Teilfreistellung:

Als Ausgleich für die Besteuerung der Dividenden und Immobilienerträge auf Fondsebene wird ein Teil der Erträge, die ein Anleger aus dem Investmentfonds bezieht, von der Besteuerung freigestellt (sogenannte Teilfreistellung). Die Höhe der pauschalen Steuerfreistellung richtet sich nach der in den Anlagebedingungen des Fonds festgeschriebenen Mindest-Aktienquote. Fonds mit einer Mindest-Aktienquote kleiner als 25% erhalten keine Teilfreistellung, Fonds mit einer Mindest-Aktienquote von 25 %, jedoch kleiner 51%, erhalten 15% Teilfreistellung und Fonds mit einer Mindest-Aktienquote von 51 % erhalten eine Teilfreistellung von 30 % der steuerlichen Bemessungsgrundlage (Vorabpauschale, Ausschüttung, Veräußerungsgewinn).

Die Mindest-Aktienquote ist von den Fondsgesellschaften täglich einzuhalten und zu überwachen. Die in den Anlagebedingungen festgelegte Mindest-Aktienquote hat somit deutlichen Einfluss auf die Nach-Steuer-Rendite der Anlage. Überprüfen Sie daher gemeinsam mit Ihrem Berater bestehende Fondsanlagen im Hinblick auf diese Regelung.

Der Veräußerungsgewinn eines Investmentfonds ermittelt sich ab dem 1.1.2018 nach der Formel: Gewinn bzw. Verlust = Veräußerungserlös minus Anschaffungskosten minus versteuerte Vorabpauschale während der Haltedauer.

Informationsquellen:

E-Book Download: SPMC Investmentsteuerreform 2018 KundenInfo

Bundesverband der Investmentgesellschaften
https://www.bvi.de/regulierung/investmentsteuern/investmentsteuerreform/

Disclaimer:

Diese Publikation dient der allgemeinen Information des Lesers und berücksichtigt nicht die konkrete Situation einer natürlichen oder juristischen Person. Ihr Inhalt wurde nach besten Wissen und Gewissen erstellt und entspricht dem Informationsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Sie stellt keine Steuer-, Rechts-, Anlage oder sonstige Beratung dar und ist auch nicht geeignet, eine derartige Beratung zu ersetzen. Sollte der Verwender Entscheidungen jedweder Art auf Inhalte dieser Publikation stützen, handelt er ausschließlich auf eigene Verantwortung. Die SPMC GmbH übernimmt keinerlei Garantie oder Gewährleistung, noch haftet sie in irgendeiner Weise für den Inhalt dieser Veröffentlichung. Die SPMC GmbH darf keine Steuerberatungsleistung erbringen. Bei steuerlichen Beratungsbedarf wenden Sie sich bitte an einen Steuerberater.